Ostern steht vor der Tür und damit auch das Ende der 40-tägigen Fastenzeit.
Eine Zeit, in der sich viele von uns vorgenommen haben, zur Ruhe zu kommen und vielleicht sogar auf etwas zu verzichten, um sich selbst neu auszurichten: körperlich, geistig oder spirituell.
Ich habe mich in den letzten Wochen oft gefragt: „Was bedeutet Ostern eigentlich für mich persönlich?“
Ostern ist für mich Liebe! 💛
Nicht im Sinne von romantischem Kitsch oder schönen Worten auf Postkarten. Nein! Ich meine die echte, ehrliche und mutige Liebe – besonders in Zeiten, in denen die Welt dunkel und wenig hoffungsvoll erscheint.
Inmitten von Kriegen, Wirtschaftskrisen und Umweltkatastrophen und all den Schlagzeilen, die uns tagtäglich treffen, braucht es eine Kraft, die verbindet, statt zu trennen. Die heilt, statt zu spalten. Die Hoffnung macht – ohne etwas zu beschönigen.
Diese Kraft nennt sich Liebe.
- Aber wie können wir mehr Liebe in diese Welt bringen?
- Wie können wir Hoffnung sein – für unsere Kinder, für unsere Mitmenschen, für uns selbst?
Ich habe lange darüber nachgedacht, wie wir Liebe in unser tägliches Leben einbinden können – einfach, unkompliziert und ohne große Gesten oder romantische Vorstellungen.
Ein ehrliches Lächeln, ein aufmerksames Zuhören, eine warme Umarmung oder ein freundliches Wort können oft mehr bewirken, als wir denken.
Gerne möchte ich meine Gedanken mit Dir teilen. Nimm Dir daraus mit, was für Dich stimmig ist.
1. „Liebe beginnt im Kleinen und wächst durch Taten.“
Liebe ist eine Entscheidung, die wir jeden Tag aufs Neue treffen.
Es sind oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken:
- Ein Lächeln für eine fremde Person auf der Straße.
- Ein ehrliches „Wie geht es dir?“ und sich auch Zeit für die Antwort nehmen.
- Ein Brief oder eine Nachricht an jemanden, mit dem man schon länger nicht in Kontakt war.
- Ein aufrichtiges „Dankeschön“ an Menschen, die oft übersehen werden, z.B. Paketboten, Kassiererinnen, Reinigungskräfte.
Ein Beispiel aus der Geschichte:
Die „Weiße Rose“, eine Widerstandsgruppe gegründet von Sophie und Hans Scholl, kämpfte im Zweiten Weltkrieg gegen das NS-Regime – doch nicht mit Waffen, sondern mit Worten. Mit Flugblättern riefen sie zum friedlichen Widerstand auf und zum Mut, der auf Liebe zur Menschlichkeit basiert.
Sie bewiesen: Liebe ist auch, die Wahrheit zu sagen, selbst wenn es gefährlich ist…
2. „Mut-Worte sprechen – Hoffnung schenken“
In schweren, krisengebeutelten Zeiten brauchen Menschen nicht nur Taten, sondern auch Worte, die sie wieder aufrichten, ihnen Hoffnung schenken und sie darin bestärken, positiv in die Zukunft zu blicken.
Worte haben Macht. Sie können zerstören oder heilen.
Warum nicht häufiger Worte der Liebe wählen und ausprobieren, was dann passiert?
Ideen für „Mut-Worte“:
- „Ich glaube an dich!“ (zu einem Freund, der zweifelt)
- „Du bist wertvoll!“ (zu jemandem, der sich klein fühlt)
- „Du bist nicht allein!“ (zu jemandem, der leidet)
- „Ich verzeihe dir.“ (wenn Unrecht geschehen ist)
Ein Beispiel aus der Geschichte:
Nelson Mandela verbrachte 27 Jahre im Gefängnis. Doch anstatt Hass zu verbreiten, wählte er Vergebung und Versöhnung. Seine Worte waren Brücken zwischen Feinden. Durch seine Haltung wurde aus Schmerz Hoffnung für Millionen von Menschen.
Liebe bedeutet manchmal, den ersten Schritt zur Versöhnung zu machen.
3. „Liebe als Energiequelle – auch für uns selbst“
Oft vergessen wir: Wer Liebe geben will, muss auch Liebe empfangen können, auch von sich selbst.
Selbstmitgefühl ist kein Egoismus, sondern ein MUSS, um anderen wirklich helfen zu können.
Vor allem wir Mamas kennen das und hadern oft mit unserem schlechten Gewissen. In meinem letzten Blogartikel habe ich bereits ausführlich darüber geschrieben. Falls Du ihn noch nicht gelesen hast, kannst Du das gerne hier nachholen:
Hier ein paar einfache Möglichkeiten, sich selbst mit Liebe und Achtsamkeit zu begegnen:
- Sich selbst nicht mit anderen vergleichen – jeder geht seinen eigenen Weg und hat sein eigenes „Binkerl“ zu tragen.
- Sich Pausen gönnen, wenn die Welt überfordernd wirkt.
- Fehler verzeihen – auch die eigenen.
- Sich selbst Gutes tun – ein Spaziergang, ein Lieblingsbuch oder eine warme Tasse Tee können eine Wohltat für Körper und Seele sein.
Ein Beispiel aus der Geschichte:
Die Tagebücher von Etty Hillesum, einer jungen jüdischen Frau im besetzten Amsterdam während des Zweiten Weltkriegs, zeigen eindrucksvoll, wie innerer Friede und Selbstliebe selbst im Angesicht des Grauens möglich sein können.
Trotz Verfolgung, Angst und dem Wissen um das drohende Ende schreibt sie: „Ich will die Welt weiterlieben, auch wenn sie mich vernichtet.“
Etty entwickelte eine tiefe Form der Selbstfürsorge – durch Schreiben, Gebet, Achtsamkeit. Sie pflegte ihren eigenen inneren Halt, um anderen Trost spenden zu können.
Ihre Worte sind ein Zeugnis dafür, dass Selbstmitgefühl inmitten des Schmerzes nicht Flucht oder Egoismus, sondern eine wahre Kraftquelle ist.
4. „Liebe als Entscheidung – jeden Tag“
Liebe fällt uns nicht immer leicht. Es gibt Tage, an denen Wut oder Enttäuschung überwiegen. Doch wir können uns jedes Mal aufs Neue entscheiden zwischen:
- Hass oder Verständnis
- Rache oder Vergebung
- Egoismus oder Mitgefühl?
Ein Beispiel aus der Geschichte:
Martin Luther King sagte einmal: „Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben. Nur Licht kann das.
Hass kann Hass nicht vertreiben. Nur Liebe kann das.
Fazit: Sei du selbst die Hoffnung , die jemand gerade braucht!
Die Welt verändert sich nicht durch große Worte, sondern durch viele kleine Liebesbeweise.
Deshalb: Sei Chance und Hoffnung für jemanden!
Vielleicht bist du heute die einzige Person, die einem anderen zeigt, dass es noch Liebe auf dieser Welt gibt.
Verpasse diese Chance nicht, sondern überlege, wie du heute Liebe weitergeben kannst – sei es durch ein freundliches Wort, eine helfende Hand oder einfach durch ein Lächeln.
Lass uns gemeinsam mit der Kraft der Liebe mehr Licht in dunkle Zeiten bringen.