„Eine gute Mutter stellt ihre Bedürfnisse immer hinten an.“
„Du hast es dir ja selbst ausgesucht, Mutter zu werden.“
„Eine Mutter muss immer für ihr Kind da sein, egal wie es ihr geht.“
„Dein Kind braucht dich rund um die Uhr.“
„Erst die Kinder, dann du.“
Vielleicht hast du solche K.O.-Sätze schon einmal gehört. Ich nenne sie K.O. Sätze, weil sie einen einfach sprachlos machen. Welche Mama würde nicht alles für ihr eigenes Kind tun? Ich glaube, darüber brauchen wir nicht lange nachzudenken.
Aber wie kann man sein Kind gut beim Wachsen begleiten, wenn man selbst am Ende seiner Kräfte ist. Sollte man nicht zuallererst auf sich selbst schauen, damit man auf alle anderen schauen kann?
Eine gesunde Portion Egoismus wirkt hier wahre Wunder! Wieviel Egoismus ich mir als Mama erlauben darf, darum geht es in meinem heutigen Blog-Artikel.
Mama-Sein ist wunderschön, aber auch herausfordernd. Zwischen Windeln, Hausaufgaben und Familienmanagement bleibt oft wenig Zeit für einen selbst.
Doch darf ich mir als Mama eigentlich „egoistische“ Momente erlauben?
Meine klare Antwort darauf ist: Ja, unbedingt!
Doch wie viel Me-Time ist angemessen? Wann ist es okay, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, und wann kippt es in echten Egoismus?
In diesem Beitrag erfährst du, warum Selbstfürsorge wichtig ist, wie du erkennst, was dir gut tut, und was du tun kannst, wenn dich das schlechte Gewissen plagt.
1. Warum Selbstfürsorge kein Egoismus ist!
Viele Mamas kämpfen mit dem Gedanken, dass Zeit für sich selbst bedeutet, ihre Kinder zu vernachlässigen. Doch das absolute Gegenteil ist der Fall:
- Du kannst nur geben, wenn du selbst Kraft hast. Wer ständig nur für andere da ist, brennt aus. Eine ausgeglichene Mama ist eine bessere Mama.
- Du bist ein Vorbild. Kinder lernen von dir, wie man für sich selbst sorgt. Eine Mama, die ihre Bedürfnisse respektiert, zeigt ihnen, dass Selbstliebe wichtig ist.
- Du stärkst dein Selbstbewusstsein. Wenn du dir Freiräume schaffst, wächst dein Wohlbefinden – und das strahlst du auch aus.
Denke einmal an eine Pflanze: Sie braucht regelmäßig Wasser und Sonne, um zu wachsen und stark zu bleiben. Genauso brauchst auch du Regenerationszeit, um für deine Familie da sein zu können.
2. Wie spüre ich, ob es okay ist?
Oft fragen sich Mamas: Bin ich zu egoistisch oder einfach nur achtsam mit mir selbst?
Hier sind ein paar Fragen, die dir helfen, das für dich selbst einzuschätzen, denn jeder von uns tickt ein bisschen anders 😉:
✅ Fühle ich mich erschöpft oder gereizt? – Dann ist eine Pause dringend nötig.
✅ Sind meine Bedürfnisse schon lange hintenangestellt? – Ein klares Zeichen, dass du dich mehr um dich kümmern solltest.
✅ Tut mir die Zeit für mich gut oder habe ich ständig Schuldgefühle? – Wenn das schlechte Gewissen dominiert, ist es wichtig, genauer hinzusehen (dazu später mehr).
Ein gesundes Maß an Selbstfürsorge ist dann erreicht, wenn du deine Familie weiterhin liebevoll begleiten kannst, aber auch deine eigenen Energiereserven auflädst.
3. Mit welchen Freiräumen kann ich starten?
Oft hilft es schon, mit kleinen Schritten zu beginnen. Hier sind ein paar einfache, aber effektive Beispiele, wie du diese Freiräume in deinen Alltag einbauen könntest:
Mini-Auszeiten im Alltag
- Kleines Morgenritual: Nur 10 Minuten früher aufstehen und in Ruhe einen Kaffee trinken, kann schon Wunder wirken. Probiere es aus!
- Atempausen für zwischendurch: Gerade, wenn es besonders stressig ist, hilft es mir, dreimal tief durchzuatmen, anstatt sofort zu reagieren.
- Bewegte Musik-Momente: Musik kann uns sofort aus der „Starre“ des Alltags reißen. Genieße dein Lieblingslied ganz bewusst – mit oder ohne Tanzen!
Geplante Me-Time
🕰 Ein fester Termin für dich: Nimm dir jede Woche eine Stunde Zeit für ein Hobby, z.B. Lesen oder einfach fürs NICHTS-Tun. Trage dir den Termin auf deinem Kalender ein und sage auch deiner Familie Bescheid, damit du in dieser Zeit ungestört bist.
🚶♀️Spaziergänge alleine oder mit einer Freundin: Frische Luft wirkt erfrischend und anregend auf Körper, Geist und Seele. Wann immer es dir möglich ist, plane kleine Walking-Einheiten ein: Alleine zum Reflektieren deines Alltags oder mit einer Freundin zum Plaudern.
🛀 Wellness-Momente: Nimm ein Vollbad, trage eine Maske auf oder lege deine Füße einfach hoch – und genieße!
Größere Auszeiten
💆♀️ Ein ganzer Nachmittag für dich: Lass deiner Fantasie freien Lauf. Vielleicht möchtest Du an einem Kurs teilnehmen, dir eine entspannende Massage gönnen oder ganz gemütlich (und ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen) im Kaffeehaus sitzen? Dieser Nachmittag gehört dir ganz alleine. Mach etwas Schönes daraus!
📆 Einmal im Monat ein Mama-Freitagabend: Verabrede dich mit deinen Freundinnen zu einem Kinoabend oder geht gemeinsam schön essen.
🏕 Ein Wochenende ohne Kinder (wenn möglich): Auch dein Partner freut sich über etwas Zeit zu zweit. Wenn es für dich organisatorisch möglich ist, dann verbringt bewusst ein Wochenende, um eure Paarbeziehung zu stärken. Geht aber auch wunderbar alleine. 😉
Alle diese Beispiele haben eine ganz klare Botschaft: Je entspannter du bist, desto mehr profitieren auch deine Kinder davon!
4. Was tun, wenn mich das schlechte Gewissen überkommt?
Viele Mamas haben Schwierigkeiten, sich Freiräume zu nehmen, weil sofort Schuldgefühle hochkommen. Das muss aber nicht sein! Hier verrate ich dir einige Strategien, die dir helfen, damit umzugehen:
🧠 Realitätscheck: Stell dir vor, deine beste Freundin würde sich Zeit für sich nehmen – würdest du sie verurteilen oder es ihr gönnen? Gönne es auch dir!
💬 Kommuniziere offen: Erkläre deinen Kindern altersgerecht, warum Mama jetzt eine Pause braucht („Damit ich wieder mehr Kraft für euch habe“).
📝 Schreibe deine Gedanken auf: Notiere, was du fühlst, wenn du dir Zeit für dich nimmst. Oft hilft es, Dinge schwarz auf weiß zu sehen.
👩⚕️ Erinnere dich daran: Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Niemand profitiert davon, wenn du erschöpft bist.
Wenn das schlechte Gewissen bleibt, frage dich:
- Ist es wirklich egoistisch, wenn ich mir eine Stunde pro Woche nehme?
- Wie würde ich reagieren, wenn mein Partner sich diese Zeit nehmen würde?
Meistens zeigt sich: Die eigenen Ansprüche an sich selbst sind meist viel höher als die gegenüber seiner Familie.
5. Erfahrungsbericht: Wie eine Mama ihr schlechtes Gewissen überwand.
Sandra, 38, Mutter von zwei Kindern (3 und 7 Jahre), hatte lange Zeit Probleme, sich selbst Pausen zu gönnen. Jedes Mal, wenn sie eine Freundin treffen oder alleine in die Badewanne gehen wollte, kam das schlechte Gewissen:
„Meine Kinder brauchen mich doch! Sie sind noch so klein. Mein Mann arbeitet viel, und ich will ihn nicht mit allem allein lassen.“
Doch irgendwann merkte sie: Sie wurde ungeduldiger, schneller gereizt und fühlte sich oft ausgelaugt.
Ihr Partner sagte ihr schließlich: „Du kümmerst dich um alle – aber wer kümmert sich um dich?“
Das war für sie der Wendepunkt. Sie begann mit kleinen Schritten: einmal pro Woche eine Stunde für sich. Am Anfang war es schwierig, aber sie merkte schnell, wie gut es ihr tat.
Heute hat sie feste Mama-Zeiten eingeplant und stellt fest, dass ihre Kinder dadurch sogar selbstständiger geworden sind. Sie lernen, dass auch Mama ihre eigenen Bedürfnisse hat und dass das völlig in Ordnung ist.
Ihre wichtigste Erkenntnis: „Ich bin eine bessere Mama, wenn ich mir Zeit für mich selbst nehme!“
6. Fazit: Gönn dir Zeit – für dich und deine Familie!
Du darfst dir Freiräume nehmen, ohne dich schuldig zu fühlen.
Eine glückliche, ausgeglichene Mama ist eine bessere Mama.
Es ist kostenlos, dir Freiräume zu schaffen – du musst nichts dafür tun außer, dir bewusst Zeit für dich selbst zu nehmen. Beginne mit kleinen Schritten, höre auf dein Bauchgefühl und erinnere dich immer daran:
👉 Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern eine Notwendigkeit! 🥰